Pädagogische Leitlinien © BiM

Unsere pädagogischen Leitlinien 

Als BiM - Bildung im Mittelpunkt haben wir Leitlinien für unsere pädagogische Arbeit definiert. Wir wollen Kinder einladen, ermutigen und inspirieren, die Welt zu entdecken und zu gestalten.

Angebot und Ziele

  • Bild © Johannes Zinner

Seit über 20 Jahren organisieren und gestalten wir als Einrichtung der Stadt Wien das freizeitpädagogische Angebot für Kinder im Rahmen der schulischen Tagesbetreuung und Ganztagesschulen sowie der Ferienbetreuung an öffentlichen Schulen in Wien. Dabei ist die schulpartnerschaftliche Zusammenarbeit das Um und Auf für die erfolgreiche Umsetzung unserer Ziele: Gemeinsam das Beste für die Kinder!

Wir wollen mit unserer Arbeit einen Beitrag dazu leisten, eine offene und gerechte Gesellschaft für alle Menschen zu ermöglichen, in der wir unsere Potenziale voll entfalten und aktiv an der Gesellschaft teilhaben können. Aus unserer Perspektive ist Bildung dafür eine unerlässliche Grundlage. Die Förderung durch qualitativ hochwertige Freizeitbildungsangebote leistet einen wesentlichen Beitrag dazu. Jegliche Form von Diskriminierung und Ausgrenzung wird von BiM – Bildung im Mittelpunkt explizit abgelehnt. Wir arbeiten an Chancengerechtigkeit durch Bildung für alle Kinder, unabhängig von sozialer oder kultureller Herkunft, politischer oder religiöser Gesinnung, Geschlechtszugehörigkeit oder Behinderung. Wir erachten die Vielfalt von Lebensweisen und -formen als individuelles und gesellschaftliches Potenzial, das gefördert und gestärkt werden soll. Um die Qualität unseres Angebots zu garantieren und unseren hohen Ansprüchen gerecht zu werden, orientieren wir uns an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen.

Unsere pädagogische Arbeit wird von engagierten und gut ausgebildeten MitarbeiterInnen getragen, die den täglichen Herausforderungen ihrer Arbeit kompetent begegnen. Wir stellen jedes Jahr ein wechselndes und sorgfältig ausgewähltes Fortbildungsangebot zur Verfügung, durch das Vernetzung und Austausch, Reflexion und Entwicklung der eigenen Arbeit kontinuierlich und nachhaltig gewährleistet werden.

Ganztagesmodell

  • Bild © Johannes Zinner

Das Ganztagesmodell bietet eine Reihe an positiven Aspekten für Kinder, Eltern und PädagogInnen:

  • Ein wichtiges Qualitätsmerkmal von ganztägig geführten Schulen ist, dass die schulische Tagesbetreuung integrativer Bestandteil des pädagogischen Gesamtkonzeptes des jeweiligen Schulstandortes darstellt. In Abstimmung mit den individuellen Schwerpunktsetzungen der jeweiligen Schulen erarbeiten wir pädagogische Konzepte für die gemeinsame pädagogische Arbeit. Unterricht und Freizeitpädagogik sind somit aufeinander abgestimmt und miteinander verwoben. Das ermöglicht eine kontinuierliche und schlüssige Ganztagsbegleitung der Kinder und schafft eine besondere Vertrauensbasis zwischen den Kindern und ihren FreizeitpädagogInnen.
  • Lernen ist ganzheitlich und passiert andauernd und das in unterschiedlichen Settings. In ganztägig geführten Schulen wechseln die Einheiten zwischen Unterricht und Freizeit ab, denn wir wissen, dass Menschen Abwechslung beim Lernen brauchen. Die FreizeitpädagogInnen von BiM - Bildung im Mittelpunkt arbeiten in Teams in enger Abstimmung mit den für die Kinder zuständigen LehrerInnen. So können PädagogInnen unterschiedlichster Spezialisierung mit diversen Methoden und Zugängen Hand in Hand ein optimales Lernumfeld anbieten.
  • Ganztägig geführte Schulen ermöglichen neben pädagogischen Vorteilen auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer. Eltern bekommen durch die ganztägige pädagogische Betreuung ihrer Kinder ein Stück weit mehr die Möglichkeit, starre geschlechtsspezifische Rollenaufteilungen und damit einhergehende Ungleichheiten aufzubrechen. Kindern wird dadurch ermöglicht, Erfahrungen zu machen, die unabhängiger von stereotypen Rollenzuschreibungen sind.
  • Außerdem ermöglichen wir pädagogisch hochwertige Freizeitgestaltung, unabhängig von den finanziellen und zeitlichen Ressourcen der Eltern und schaffen somit ein Stück mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder.

Umgang miteinander

  • Bild © Johannes Zinner

Wir vertreten einen partnerschaftlichen Arbeitsstil und verstehen Freizeitpädagogik und Schule als Erfahrungs- und Freiraum des Lernens und als Ort der Begegnung, der von einer Beteiligungskultur geprägt ist. Entsprechend unserer Haltung ist uns ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander besonders wichtig.Diese Grundhaltung leben wir im Umgang mit Kindern, mit LehrerInnen und untereinander. Von früher Kindheit an werden gesellschaftliche Vorstellungen über Unterschiede zwischen Mädchen und Buben sowie verschiedenen kulturellen und sozialen Zuschreibungen vermittelt, die das Leben von Kindern erheblich prägen. Kinder sind nach wie vor täglich mit vergeschlechtlichten Rollenzuschreibungen konfrontiert und darin oft sehr eingeschränkt. Kinder, deren Eltern und/oder Großeltern nicht in Österreich geboren sind, werden häufig als ‚fremd‘ konstruiert. Immer wieder sind diese Kinder mit Zuschreibungen konfrontiert, die ihnen nicht entsprechen und ein Zugehörigkeitsgefühl - wie es für Kinder ohne
Migrationsgeschichte selbstverständlich ist – aberkennt.

Es ist unser Ziel, Kindern eine möglichst freie Entwicklung zu ermöglichen, in der sie in der gesamten Bandbreite ihrer Möglichkeiten aufwachsen und sich entwickeln. Es ist uns daher wichtig, dass in unseren freizeitpädagogischen Einrichtungen ein gendersensibler und rassismuskritischer Umgang mit Kindern gewährleistet wird und in der pädagogischen Arbeit selbstverständlich ist. Gleichzeitig wissen wir, dass die Veränderung dieser Zuschreibungen ein vielschichtiger Prozess ist, in dem auch wir unsere unbewussten Vorstellungen über Unterschiedlichkeiten reflektieren müssen und diesen aktiv entgegenwirken wollen.

Als Bildungseinrichtung sind wir uns der Verantwortung im Sinne von Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit
bewusst und verstehen uns als Vertraute, Vorbilder und SpielgefährtInnen der Kinder. Wir möchten unabhängig von Stereotypisierungen jeglicher Art von Mensch zu Mensch miteinander in Kontakt treten und uns in unserer Einzigartigkeit gut aufgehoben fühlen!

Bildungsverständnis

  • Bild © Johannes Zinner

Bildung ist ein Menschenrecht und die Grundlage für ein faires Miteinander und eine gerechtere Gesellschaft. Um möglichst alle Kinder zu erreichen, lautet das übergreifende Prinzip daher Inklusion im Bildungsbereich. Inklusive Bildung beschreibt die (An-)Forderung an das Bildungssystem, tatsächlich allen Kindern offene Bildungswege zu ermöglichen sowie Exklusionen im Bildungssystem konsequent zu reduzieren. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass alle Kinder die gleichen Möglichkeiten haben, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale entfalten zu können. Dafür ist eine enge Kooperation zwischen allen beteiligten PädagogInnen am Schulstandort von großer Bedeutung.

Als eine der großen Bildungsorganisationen Wiens haben wir uns zum Ziel gesetzt, Kindern Chancen durch beste
Bildung zu eröffnen. Bildung umfasst neben der schulischen Bildung auch die kompetente, detaillierte und
verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit sich selbst, anderen Menschen und der eigenen Umwelt.

In der Praxis orientieren wir uns an einem ganzheitlichen Bildungsverständnis, das die Gesamtpersönlichkeit jedes Kindes, d.h. seine körperliche, seelische und geistige Entwicklung stärken soll. Die pädagogische Aufgabe besteht demnach einerseits darin, die Individualität jedes einzelnen Kindes wahrzunehmen und zu fördern. Andererseits nimmt auch soziales Lernen in der Gruppe einen wichtigen Stellenwert ein. Wir legen Wert darauf, die Kinder dabei zu unterstützen, sich auf das Leben als Teil einer Gemeinschaft vorzubereiten. Unser Angebot zielt daher auch darauf ab, Kindern wichtige soziale Fähigkeiten vorzuleben und mitzugeben, damit diese später ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben führen können.

Die Freizeitpädagogik im Kontext Schule verfügt über die Möglichkeit, offene und bedürfnisorientierte Lern- und
Erfahrungsräume zu schaffen
, die auf Freiwilligkeit und Freude, Spiel und Spaß, sowie Identitätsbildung,
Individualität und Vielfalt basieren.

Pädagogikverständnis

  • Ferienbetreuung © Johannes Zinner

Das Pädagogikverständnis der BiM – Bildung im Mittelpunkt ist ressourcenorientiert, d.h. die unterschiedlich ausgeprägten individuellen Stärken, Fähigkeiten und Talente jedes Kindes stehen im Vordergrund. Unser pädagogischer Grundsatz lautet daher: Jedes Kind ist besonders, jedes Kind ist anders und auf seine eigene Weise begabt! Das trifft selbstverständlich auch auf unsere FreizeitpädagogInnen zu. Neben der pädagogischen Expertise macht auch die Bandbreite an Vorerfahrungen, Sprachen, Talenten und Interessen unserer FreizeitpädagogInnen die Stärke unserer Organisation aus. Menschen beschäftigen sich mit Dingen, die sie besonders gut können mit größerer
Begeisterung und Freude und können ihre Fertigkeiten auch besser weitergeben.

Wir verstehen gelungene Freizeitpädagogik als eine Balance aus gelenkter Freizeit und freiem Spiel.
Unsere FreizeitpädagogInnen setzen Impulse und bieten gemeinsame Spiele, Aktivitäten und Ideen an, die über künstlerisch-kreative, musikalische, sportliche, technisch-forschend und gesellschaftspolitisch-orientierte Angebote reichen. Gleichzeitig achten wir darauf, Phasen des freien Spiels zu ermöglichen, in denen Kinder selbstbestimmt über ihre Zeit verfügen dürfen. Wir sind davon überzeugt, dass Kinder Phasen am Tag brauchen, in denen sie weder mit Vorgaben noch mit Leistungsdruck konfrontiert sind, um ihre eigenen Bedürfnisse besser spüren und diese berücksichtigen zu lernen. Wir trauen Kindern zu, zu entscheiden, ob sie gerade Ruhepausen brauchen oder lieber eigene Projekte vorantreiben möchten. Wir ermöglichen den Kindern wann immer möglich, sich im Freien zu bewegen und an der frischen Luft zu sein. Neben der Ermutigung zu sportlichen und gesundheitsfördernden Aktivitäten ist uns ein verantwortungsbewusster und respektvoller Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen besonders wichtig. Nachhaltiges Handeln im Sinne unseres Klimas ist uns ein großes Anliegen, das wir in unserer pädagogischen Arbeit weitergeben wollen.

Aus unserem Verständnis sind FreizeitpädagogInnen aufmerksame Entwicklungsbegleiter und Entwicklungsbegleiterinnen, die durch ihre besondere Rolle im Kontext Schule eine spezielle Vertrauensbasis zu den Kindern ihrer Gruppen haben. Sie nehmen die Bedürfnisse der Gruppe, sowie der einzelnen Kinder wahr und können entsprechend einfühlsam und flexibel darauf eingehen.

Unsere pädagogischen Leitlinien können Sie auch hier herunterladen. 

Bild ©Johannes ZinnerFerien & schulfreie Tage ©Johannes ZinnerBild ©Johannes Zinner