• Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Monica Fritz
  • Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Monica Fritz
  • Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Monica Fritz
  • Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Monica Fritz
  • Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Monica Fritz
  • Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Naim Dönertas
  • Offene Arbeit im Atelier - GTVS Wulzendorfstraße © Jelena Mladenovic
  • Offenes Arbeiten an der OVS Linzerstraße © Ida Pronebner

Offenes Arbeiten

Wir verstehen gelungene Freizeitpädagogik als eine Balance aus gelenkter Freizeit und offenem Arbeiten. Unsere FreizeitpädagogInnen setzen Impulse und bieten gemeinsame Spiele, Aktivitäten und Ideen an. Gleichzeitig achten wir darauf, Phasen zu ermöglichen, in denen Kinder selbstbestimmt über ihre Zeit verfügen dürfen. Wir sind davon überzeugt, dass Kinder Phasen am Tag brauchen, in denen sie weder mit Vorgaben noch mit Leistungsdruck konfrontiert sind, um ihre eigenen Bedürfnisse besser spüren und diese berücksichtigen zu lernen. Im Zentrum steht die Begegnung mit dem Kind und seinem Umfeld mit einer offenen, empathischen Haltung.
 

Offenes Arbeiten in der Freizeitpädagogik

Die offene Arbeit stellt das Kind in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt. Jeder Mensch ist mündig und soll letztlich selbst entscheiden, inwieweit eigene Interessen verfolgt werden. Wichtig ist jedoch, dass konkrete Impulse bestehen, auf die jedes Kind eingehen kann, aber nicht muss.

Offenes Arbeiten beschreibt ein Konzept in dem den Kindern Raum und Zeit zur Verfügung gestellt werden damit sie mehr Selbstbestimmung im früheren Alter erlernen. Kinder sollen dabei selbst erkennen welche Bedürfnisse sie haben und wie sie diese stillen können. Das Konzept soll Kindern die Möglichkeit geben frei zu entscheiden und selbstständig zu wählen- eine wesentliche und zunehmend wichtige Kompetenz in unserer Gesellschaft. Kinder stärken ihr Bewusstsein für ihre Bedürfnisse und schätzen sich selbst besser ein, wenn sie ausreichend Gelegenheit dazu haben.

Entgegen der üblichen Vorstellung braucht offenes Arbeiten umso mehr Vorbereitung und Planung. Kinder werden über die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen informiert und dürfen dann frei wählen wann sie welchem Bedürfnis nachgehen. Das System muss nicht nur für die FreizeitpädagogInnen und Lehrkräfte überschaubar sein, sondern auch für die Kinder, damit diese mithilfe zusammen festgelegter Regeln davon profitieren und sich effektiv weiterbilden können.

PädagogInnen kommt daher lediglich die Aufgabe eines Begleiters zu. Kindern wird dabei das größte Geschenk unserer Zeit, nämlich Zeit für sich zu haben, zugeteilt. Die eigene Zeit ist nicht begrenzt und durch starre Planungen festgelegt, sodass ein ganz anderer Umgang erfolgen kann.
 

Beispiele für offenes Arbeiten

Hier wollen wir Ihnen Beispiele für offenes Arbeiten oder Elemente davon an Wiener Ganztagsschulen präsentieren.
 

Offene Arbeit im Atelier - GTVS Wulzendorfstraße

Als Freizeitpädagogin und Zeichenkurs-Leiterin an der GTVS Wulzendorfstraße konnte unsere Mitarbeiterin Jelena Mladenovic jahrelang beobachten, wie viel Kreativität und Gestaltungslust in den Kindern steckt und wie sie diese entfalten können, wenn sie dabei nicht gestört werden. Sie lernen mit Begeisterung durch eigenes Entdecken und Ausprobieren und zwar oft dort, wo es die meisten Erwachsenen nicht erwarten: im Spiel. Das Konzept der offenen Arbeit mit den Kindern im Atelier der Schule entstand nach der Idee des „Malortes“ von Arno Stern.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag von Jelena Mladenovic zum offenen Arbeiten in der GTVS Wulzendorfstraße: Download.

 

Offene Arbeit an der OVS Linzerstraße

Interview mit Monica Fritz, Teamleitung an der OVS Linzerstraße 419 im 14. Bezirk.

Was ist für Sie offenes Arbeiten?
Pädagogik im besten Sinn des Wortes!

Warum finden Sie, ist offenes Arbeiten wichtig?
Selbstbestimmung, Vertrauen und Partizipation lässt Kinder erwachsen, stark und selbstständig werden.

Wie gestalten Sie das offene Arbeiten an Ihrem Standort? Was sind die wichtigsten Elemente?
Bindungsgeleitete Pädagogik ist die Grundlage, Vertrauen und Konsequenz Bedingung. Klare Regeln, mit den Kindern gemeinsam entwickelt, müssen definiert, gelebt und immer wieder reflektiert und angepasst werden. Das schafft Transparenz und erhöht die Chance auf die Lebbarkeit.

War es schwierig offenes Arbeiten an Ihrem Standort einzuführen?
„Offenes Arbeiten“ ist als Thema (noch) nicht so im Schulwesen präsent. Es gab viele Vorgespräche mit der Schulleiterin, die Verantwortlichen für die Küche und den Facility Managern. Die Eltern der teilnehmenden Gruppen wurden von Markus Bodo und mir umfassend an den Klassenforen und Elternabenden informiert. Die Kinder waren von Anfang an am Konzeptionsprozess partizipativ beteiligt und haben sich auch in der immer wieder stattfindenden Reflexion konstruktiv eingebracht. Also nein, schwierig nicht, aber durchaus intensiv in der Vorbereitung.

Welche Bedeutung hat offenes Arbeiten für die FreizeitpädagogInnen?
Wer denkt, dass es leicht ist oder weniger Aufwand als gelenkte Einheiten bedeutet, wird sich wundern. Die Beziehung zwischen den Kindern und den FreizeitpädagogInnen muss stark sein, das Vertrauen beiderseitig und das muss zuerst erarbeitet werden. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, können die FreizeitpädagogInnen den Kindern jenen Freiraum geben, den diese zum Erwachsen-werden unbedingt brauchen.

Wie kommt das offene Arbeiten bei den Kindern an? Was haben sie davon
Kinder lieben natürlich offenes Arbeiten, wenn sie sich sicher und geborgen fühlen. Es ist für viele angenehm über ihr Zeitmanagement selber verfügen zu können; zum Beispiel, wenn jemand gerne in Ruhe eine zweite Portion essen möchte, müssen nicht alle anderen Kinder am Tisch/der Gruppe warten und können gleich spielen gehen.

Wie viel Planung/Vorbereitung steckt dahinter?
Alle Rahmenbedingungen müssen bedacht und die Aufsichtspflicht in jedem Moment gewahrt bleiben. Raum-, Zeit- und Strukturpläne müssen auf zum Beispiel freies Essengehen abgestimmt werden. Selbstverständlich muss das Konzept mit der Schulleitung, dem Team, den Verantwortlichen für die Küche und den Facility ManagerInnen besprochen, erprobt und reflektiert werden.

Würden Sie offenes Arbeiten auch anderen Standorten/KollegInnen empfehlen
Das kann ich so nicht generell beantworten. Ich denke jedes Team wird die für den jeweiligen Standort besten Lösungen für eine kindgerechte Pädagogik entwickeln, umsetzen und immer wieder nachschärfen.

Wünschen würde ich mir, dass in Zukunft bei der Planung von Schulneu- oder umbauten, die freizeitpädagogischen Aspekte auch im Fokus sind. Das würde uns helfen, Schule als Erfahrungs- und Freiraum des Lernens und als Ort der Begegnung kindgerechter zu gestalten.


 

Offenes Arbeiten an der GTVS Am Schöpfwerk